Irren
ist männlich
Kabarett-Sketch
Was
ein kleines Anhängsel für Folgen hat.
(laut gedacht) Homo – (lat.) - der
Mensch
Der Mensch? – und die weibliche Form? –
Die Menschin?
Eigentlich könnte es doch die...
Sag‘ mal, Maren, was mach‘ ich denn mit dem Begriff „der
Held“?- (betonend) die Heldin?
(belehrend) Bei dem Wort
Held waren
uns
die ehemaligen Ostdeutschen der Zeit weit voraus. Dort gab es
beispielsweise die Redewendung: „Sie ist „Held der Arbeit“.
Wir können also in diesem Fall das „in“ getrost weglassen –
einfach nur „Held“
Mir ist aufgefallen, dass bei
vielen Worten
durch das angehängte „in“ die weibliche Form entsteht. Da
siehst
du mal wieder, dass wir Frauen in unserer Sprache nur ein kleines
Anhängsel sind:
(betonend) „in“
Gedankenpause
Aber bei der Hebamme ist das anders! Schau, da steht:
die
Hebamme – der Entbindungshelfer!
Das Wort Hebamme? – Cornelia, ich
hab’s, - hier
könnte die männliche Form durch ein (zynisch)
kleines
Anhängsel geprägt werden:
- Hebammerich!
Also: die Hebamme – der Hebammerich!
(etwas genervt)
Aber jederman weiß
doch...
Jederman? Sind wir Männer?
- Wenn schon dann Jedefrau!
(beleidigt)
Na, ja.
– Es gibt in den Wörterbüchern unglaublich viele
Wörter, die männliche Charaktere so treffend beschreiben!
Alleine unter dem Buchstaben „H“.
Ich hab‘ mich noch nie so diskriminiert gefühlt.
Hör dir das mal an:
(Schön auf der Zunge zergehen lassen)
Habenichts, Haderlump, Hahnrei, Hallodri, Halunke,
Hampelmann, Handelsvertreter, Hanswurst –
Und wir? Wo bleiben da wir?
(sehr überzeugend)
Deswegen sitzen
wir
ja hier. Wir schreiben die Wörterbücher um,
damit es
wenigstens dort ein bisschen gerechter zugeht.
Gedankenpause
Und was mach‘ ich mit dem Wort
„Handwerksbursche“?
Ist doch klar, „das Handwerksgirl“,
ist auch viel peppiger!

... und das Herrenhaus wird dann...

Frauenhaus, ist doch logisch.
Gedankenpause
Homo (lat.) der Mensch...
Halt! – Die Endung „O“ im lateinischen ist doch normalerweise die
weibliche Form? - Natürlich! Da hat sich bestimmt ein Mann
für dieses Wort eine Ausnahmeregelung erdacht.
Homos – sind Schwule - also auch Menschen!
Hab‘ ich doch schon immer gewusst. Also: Homo (lat.) die Mensch
Du, Cornelia? Hör‘ dir mal meine neuen
Umschreibungen an!

Da bin ich gespannt.
Pass auf: Homo – die Mensch
Homo Faber – angespitzte, lange dünne Mensch, in der Regel
Politikerin -
Homo Heidelbergensis – Die ewige Studentin -
Homos – Die Schwule.
Und jetzt wird es richtig spannend:
Hier steht „Homo Sapiens – vernunftbegabter Mensch“

Oh, vernunftbegabt... – vernunftbegabt!
Hast du schon mal einen
vernunftbegabten Mann
kennengelernt?

Ja, (nachdenklich) eigentlich
nicht!
Siehst du, das ist der endgültige Beweis!
Der Homo Sapiens ist nicht männlich sondern weiblich!
Und wie soll der Begriff nun
umschrieben
werden?
Homo Sapiens – die vernunftbegabte Mensch?

Ja, ist doch logisch!

Die Frau ist also ein Mensch?

Nein - „die Mensch ist eine Frau!“
Bei der Gelegenheit bringen wir das geflügelte Wort
„Erare humanum est“ – Irren ist menschlich auch gleich in die logische
Form: „Erare masculum est“ –
Beide (laut): Irren ist
männlich!